Der Viertaktmotor in seiner einfachsten Form hat nur einen einzigen Zylinder. Fürs Auto läßt sich dieser Motor jedoch nicht gut verwenden, da nur bei jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt auftritt. Das Drehmoment würde dadurch sehr ungleichförmig und es käme zu störenden Schwingungen.

Die Drehmomentschwankungen lassen sich durch die gespeicherte Energie eines schweren Schwungrads teilweise ausgleichen, doch reicht dies für den Stoßfreien Lauf eines Viertaktmotors bei niedrigen Drehzahlen nicht aus. Der erforderliche Massenausgleich für die Hubbewegung des Kolbens ist beim Einzylindermotor mit einfachen Konstruktiven Mitteln nicht zu erreichen.

Für einen einigermassen ruhigen Lauf des Motors sind mindestens zwei Zylinder notwendig, so daß ein Arbeitstakt pro Kurbenwellenumdrehung zustande kommt. Dabei wird zwar ein weit besserer Massenausgleich als bei Einzylindermotoren erzielt, bei niedrigen Drehzahlen bleibt das Drehmoment aber trotzdem noch sehr gleichhmäßig. Die meisten Motoren unserer Autos haben mindestens 4 oder 6 Zylinder. Es kommt also bei jeder halben Kurbelwellenumdrehung zu einem Arbeitstakt. Nach der Anordnung der Zylinder unterscheidet man Reihenmotoren, V-Motoren und Boxermotoren. Bei Boxermotoren liegen die Zylinder in einer Ebene zu beiden Seiten der Kurbelwelle.



Sechszylinder - Reihenmotor

Sechszylinder - Reihenmotoren sind zwar länger und etwas schwerer als Vierzylinder - Reihenmotoren, haben aber zwei große Vorteile: Das abgegebene Drehmoment ist erheblich gleichförmiger, da sich die aufeinanderfolgenden Arbeitstakte überschneiden und durch den sehr guten Massenausgleich treten kaum störende Schwingungen auf. Diese Motoren besitzen vier oder sieben Kurbenwellenlager. Die Beanspruchung der Kurbelwelle wächst mit der Größe des Lagerabstndes.







Vierzylinder - Boxermotor


Beim Boxermotor liegen Zylinder in einer Ebene zu beiden Seiten der Kurbelwelle. Diese Bauweise erlaubt eine kürzere Ausführung der Kurbelwelle als beim Reihenmotor. Daher genügen beim Vierzylinder - Boxermotor drei Kurbenwellenlager. Alle Vierzylinder - Boxermotoren haben gleichmäßige Zündabstände. Vierzylinder- und Sechszylinder - Boxermotoren besitzen ausgezeichneten Massenausgleich, da jede Bewegung eines anderen Elements ausgeglichen wird.



8 Zylinder - V - Motor

Der Hauptvorteil der V - Motoren gegenüber Reihenmotoren liegt in ihrer kürzeren Bauform und der steiferen Kurbelwelle. Dadurch erhält der Motor im höheren Drezahlbereich einen ruhigen Lauf. Bei einem Achtzylinder - V - Motor sind nur vier Pleulzapfen auf der Kurbelwelle erforderlich. Es laufen dann jeweils zwei Pleul nebeneinander auf einem gemeinsamen Pleulzapfen, und die Kröpfungen sind um 90 Grad gegeneinander versetzt. Die Kurbelwelle muß jeweils zwischen zwei Kurbelkröpungen gelagert sein. Der Lauf der Sechszylinder - V - Motoren ist nicht ganz so ruhig wie bei Achtzylinder - V - Motoren, die einen vorzüglichen Ausgleich der Massenkräfte haben und bei jeder Kurbelwellenumdrehung vier in gleichmäßigen Abständen aufeinanderfolgende Arbeitstakte liefern.


6 Zylinder - V - Motor

Der Sechszylinder - V - Motor hat für jedes Pleul einen Pleulzapfen. Die Arbeitstakte erfolgen der Reihe nach bei je 120 Grad Kurbelwellenumdrehung. Die Kurbelkröpfungen sind um jeweils 60 Grad Kurbelwinkel gegeneinander versetzt. Der Motor läuft gleichförmig und hat einen guten Massenausgleich.









4 Zylinder - V - Motor


Bei Vierzylinder - V - Motoren ist eine zusätzliche Ausgleichswelle erforderlich, die mit halber Kurbelwellendrezahl umläuft. Bei einer anderen Ausführung wurde zwischen den Zylinderebenen nur ein Winkel von etwa 10 Grad gelassen.